Smartphone, Tablet, Spielekonsole und Computer gehören für viele Kinder selbstverständlich zum Alltag. Eltern stehen deshalb häufig vor der Frage, wie sich die Internetnutzung sinnvoll begrenzen lässt, ohne jeden Abend einzelne Geräte einsammeln oder das WLAN für die ganze Familie abschalten zu müssen.
Wer eine FRITZ!Box als Internetrouter verwendet, kann dafür die integrierte Kindersicherung nutzen. Über sogenannte Zugangsprofile lassen sich beispielsweise bestimmte Nutzungszeiten festlegen, ein tägliches Zeitbudget vergeben und Internetseiten sperren oder gezielt erlauben.
Was kann die Kindersicherung der FRITZ!Box?
Die Kindersicherung arbeitet mit Zugangsprofilen. Ein solches Profil enthält Regeln dafür, wie ein zugeordnetes Gerät das Internet verwenden darf.
Damit lassen sich unter anderem:
- Internetzeiten für einzelne Wochentage festlegen,
- tägliche Zeitbudgets vergeben,
- mehrere Geräte eines Kindes gemeinsam begrenzen,
- bestimmte Internetseiten sperren,
- nur ausgewählte Internetseiten erlauben und
- der Internetzugang eines Geräts bei Bedarf vollständig sperren.
Das ist deutlich praktischer, als beispielsweise nachts das komplette WLAN auszuschalten. Schließlich sollen die Geräte der Eltern, Smart-Home-Komponenten oder andere Netzwerkgeräte in der Regel weiterhin funktionieren.
Zeitplan und Zeitbudget sind nicht dasselbe
Bei der Einrichtung sollte man zwei Funktionen unterscheiden: den Zeitplan und das Zeitbudget.
Zeitplan
Der Zeitplan bestimmt, wann das Internet grundsätzlich verwendet werden darf.
Ein mögliches Beispiel wäre:
- Montag bis Donnerstag: 15:00 bis 20:00 Uhr
- Freitag: 15:00 bis 22:00 Uhr
- Samstag und Sonntag: 09:00 bis 22:00 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten wird der Internetzugang für die Geräte mit diesem Zugangsprofil gesperrt.
Zeitbudget
Das Zeitbudget legt dagegen fest, wie lange das Internet innerhalb des erlaubten Zeitraums genutzt werden darf.
Ein Kind könnte beispielsweise zwischen 15:00 und 20:00 Uhr Internetzugang haben, davon aber insgesamt nur zwei Stunden nutzen dürfen.
Anleitung: Zugangsprofil für ein Kind erstellen
Die genaue Darstellung kann je nach FRITZ!Box-Modell und installierter FRITZ!OS-Version etwas unterschiedlich aussehen. Bei aktuellen Versionen erfolgt die Einrichtung grundsätzlich über den Bereich für Internetfilter.
FRITZ!-Anleitung zur Kindersicherung öffnen →
1. FRITZ!Box öffnen
Öffnen Sie einen Browser auf einem Gerät im Heimnetz und rufen Sie die Benutzeroberfläche Ihrer FRITZ!Box auf. Melden Sie sich anschließend mit Ihrem FRITZ!Box-Kennwort an.
2. Kindersicherung aufrufen
Öffnen Sie:
Internet → Filter → Kindersicherung
Dort finden Sie die vorhandenen Netzwerkgeräte und Zugangsprofile.
3. Neues Zugangsprofil erstellen
Erstellen Sie ein neues Zugangsprofil und vergeben Sie einen eindeutigen Namen, beispielsweise:
Kind – Internet
Ein eigener Name ist sinnvoller als später überlegen zu müssen, welche Einstellungen hinter einem allgemeinen Profil stecken.
4. Zeitplan aktivieren
Aktivieren Sie den Zeitplan und markieren Sie die Zeiträume, in denen die Internetnutzung erlaubt sein soll.
Für Schulkinder könnte beispielsweise festgelegt werden, dass das Internet werktags erst am Nachmittag und nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit verfügbar ist.
5. Zeitbudget festlegen
Zusätzlich kann für die einzelnen Wochentage ein maximales Zeitbudget eingestellt werden.
So lässt sich beispielsweise festlegen:
- Montag bis Donnerstag: maximal 2 Stunden
- Freitag: maximal 3 Stunden
- Samstag und Sonntag: maximal 4 Stunden
Diese Werte sind lediglich Beispiele. Welche Regel sinnvoll ist, hängt natürlich vom Alter des Kindes und den Regeln innerhalb der Familie ab.
Mehrere Geräte eines Kindes gemeinsam begrenzen
Ein besonders wichtiger Punkt wird bei der Einrichtung leicht übersehen: Viele Kinder verwenden heute nicht nur ein Gerät.
Typisch sind beispielsweise:
- Smartphone,
- Tablet,
- Notebook oder Computer und
- Spielekonsole.
Würde jedes Gerät ein eigenes Zeitbudget erhalten, könnten aus zwei Stunden erlaubter Internetzeit schnell deutlich mehr werden.
Dafür gibt es bei passenden Zugangsprofilen die Möglichkeit eines gemeinsamen Budgets. Die Geräte, die demselben entsprechenden Profil zugeordnet sind, teilen sich dann die verfügbare Online-Zeit.
Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn Smartphone, PC und Spielekonsole demselben Kind gehören.
Das Zugangsprofil den richtigen Geräten zuweisen
Das beste Zugangsprofil hilft nicht, wenn das Smartphone des Kindes weiterhin das uneingeschränkte Standardprofil verwendet.
Kontrollieren Sie deshalb unter:
Internet → Filter → Kindersicherung
welche Geräte dem neu erstellten Profil zugeordnet sind.
Achten Sie besonders auf Gerätebezeichnungen. Smartphones und Tablets werden in der FRITZ!Box nicht immer mit einem sofort verständlichen Namen angezeigt.
Internetseiten mit der FRITZ!Box sperren
Neben zeitlichen Regeln kann die FRITZ!Box auch den Zugriff auf Internetseiten filtern.
Unter:
Internet → Filter → Listen
können entsprechende Filterlisten verwaltet werden.
FRITZ!-Anleitung zu Filterlisten öffnen →
Dabei gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Ansätze.
Bestimmte Internetseiten sperren
Bei dieser Variante tragen Sie unerwünschte Internetseiten in die Liste der gesperrten Internetseiten ein. Andere Seiten bleiben weiterhin erreichbar.
Das eignet sich beispielsweise dann, wenn ein älteres Kind das Internet grundsätzlich verwenden darf, aber bestimmte Angebote nicht erreichbar sein sollen.
Nur bestimmte Internetseiten erlauben
Die strengere Variante funktioniert umgekehrt: Es dürfen nur die ausdrücklich freigegebenen Internetseiten aufgerufen werden.
Das kann besonders bei jüngeren Kindern sinnvoll sein, die beispielsweise nur einige Lernangebote und ausgewählte Kinderseiten verwenden sollen.
Filter im Zugangsprofil aktivieren
Das Eintragen einer Internetseite in eine Filterliste allein reicht noch nicht aus. Der entsprechende Webseitenfilter muss auch im verwendeten Zugangsprofil aktiviert sein.
Bearbeiten Sie deshalb das Zugangsprofil des Kindes und aktivieren Sie dort die Filterung von Internetseiten sowie die gewünschte Variante – also das Sperren bestimmter Seiten oder das ausschließliche Zulassen bestimmter Seiten.
Speichern Sie anschließend die Änderungen.
Warum Apps schwieriger zu sperren sein können
Ein häufiger Irrtum besteht darin, eine einzige Adresse zu sperren und davon auszugehen, dass damit automatisch auch die komplette zugehörige App blockiert ist.
Viele Dienste verwenden mehrere Domains, Server und Hintergrundverbindungen. Eine Video-App kann beispielsweise Inhalte von anderen Internetadressen laden als die eigentliche Webseite.
Deshalb kann es notwendig sein, mehrere zum Dienst gehörende Adressen in die Sperrliste aufzunehmen.
Gastzugang nicht als Hintertür vergessen
Bei einer Kindersicherung sollte auch geprüft werden, ob ein Wechsel in den WLAN-Gastzugang die eingerichteten Regeln umgehen könnte.
Bei entsprechenden Zugangsprofilen bietet die FRITZ!Box deshalb eine Einstellung, mit der die Nutzung des Gastzugangs gesperrt werden kann.
Diese Option sollte bei einem Kinderprofil sinnvollerweise aktiviert werden, wenn der Gastzugang ansonsten eine Möglichkeit bieten würde, die normalen Regeln zu umgehen.
Das Prinzip dahinter – Netzwerkbereiche sauber voneinander trennen, statt sich auf ein einziges gemeinsames WLAN zu verlassen – gilt nicht nur für Kinderprofile. Mehr dazu, warum eine klare Trennung von Haupt- und Gästenetz sinnvoll ist, lesen Sie in unserem Artikel WLAN im Büro: Die häufigsten Fehler bei der Einrichtung.
Neue Geräte können ebenfalls wichtig werden
Ein weiteres praktisches Problem entsteht, wenn später ein neues Smartphone, Tablet oder eine neue Spielekonsole ins Heimnetz kommt.
Neue Geräte verwenden zunächst nicht automatisch das individuell eingerichtete Profil des Kindes. Deshalb sollte nach dem Hinzufügen eines neuen Geräts kontrolliert werden, welches Zugangsprofil diesem Gerät zugeordnet ist.
Sonst kann es passieren, dass für das alte Smartphone eine Zeitbegrenzung gilt, während das neue Tablet uneingeschränkt ins Internet darf.
Was passiert, wenn die Internetzeit aufgebraucht ist?
Ist das eingestellte Zeitbudget verbraucht oder befindet sich das Gerät außerhalb der erlaubten Nutzungszeiten, blockiert die FRITZ!Box den Internetzugang entsprechend den Einstellungen des Zugangsprofils.
Wichtig ist dabei: Die FRITZ!Box schaltet nicht das komplette Gerät ab. Funktionen, die keinen Internetzugang benötigen, können weiterhin verwendet werden.
Wer also eine vollständige Bildschirmzeitsteuerung für Smartphone, Tablet oder Computer benötigt, sollte die FRITZ!Box-Kindersicherung gegebenenfalls mit den Jugendschutz- und Familienfunktionen des jeweiligen Betriebssystems kombinieren.
FRITZ!Box-Kindersicherung ersetzt keine Geräte-Kindersicherung
Die FRITZ!Box regelt in erster Linie den Internetzugang über das Heimnetz. Sie ist deshalb nicht mit einer vollständigen Kindersicherung auf dem Smartphone oder Tablet gleichzusetzen.
Das wird besonders bei Smartphones deutlich: Verlässt das Kind das heimische WLAN und verwendet Mobilfunk, läuft die Internetverbindung nicht mehr über die FRITZ!Box. Die dort eingerichteten Zugangsregeln können diesen Mobilfunkzugang dann nicht steuern.
Typische Fehler bei der Einrichtung
Wenn die Kindersicherung scheinbar nicht funktioniert, würde ich zuerst einige grundlegende Punkte kontrollieren:
- Ist wirklich das richtige Gerät dem Kinderprofil zugeordnet?
- Verwendet das Kind mehrere Geräte?
- Ist der Webseitenfilter im Zugangsprofil tatsächlich aktiviert?
- Wurden bei einem Onlinedienst alle benötigten Internetadressen berücksichtigt?
- Kann der WLAN-Gastzugang zur Umgehung verwendet werden?
- Verwendet das Smartphone möglicherweise Mobilfunk statt WLAN?
- Wurde ein neues Gerät noch nicht dem richtigen Zugangsprofil zugeordnet?
Gerade die Zuordnung der Geräte ist in der Praxis entscheidend. Eine perfekt konfigurierte Zeitbegrenzung bringt wenig, wenn sie am Ende nur für das alte Tablet gilt und das aktuelle Smartphone weiterhin uneingeschränkten Zugriff besitzt.
Welche Einstellung ist für Kinder sinnvoll?
Eine pauschale Konfiguration für jede Familie gibt es nicht. Für viele Haushalte ist jedoch eine Kombination aus Zeitplan und klarer Gerätezuordnung ein guter Ausgangspunkt.
Bei jüngeren Kindern kann zusätzlich eine Liste ausschließlich erlaubter Internetseiten sinnvoll sein. Bei älteren Kindern ist eine gezielte Sperrliste häufig praktikabler, weil ansonsten viele für Schule, Kommunikation und Alltag benötigte Seiten einzeln freigegeben werden müssten.
Wer mehrere Geräte pro Kind hat, sollte außerdem prüfen, ob ein gemeinsames Zeitbudget sinnvoll ist.
Fazit: Mit Zugangsprofilen lässt sich die Internetnutzung gut strukturieren
Die Kindersicherung der FRITZ!Box bietet bereits ohne zusätzliche Software mehrere praktische Möglichkeiten, um den Internetzugang von Kindern im Heimnetz zu regeln.
Besonders sinnvoll ist die Kombination aus einem eigenen Zugangsprofil, festen Nutzungszeiten und einer korrekten Zuordnung aller Geräte des Kindes. Bei Bedarf können zusätzlich Zeitbudgets und Filterlisten für Internetseiten eingesetzt werden.
Man sollte dabei aber die Grenzen der Router-Kindersicherung kennen. Die FRITZ!Box kontrolliert den Internetzugang im eigenen Netzwerk, ersetzt aber keine vollständige Kindersicherung auf Smartphone, Tablet oder Computer. Insbesondere ein Mobilfunkzugang am Smartphone benötigt separate Regeln auf dem jeweiligen Gerät.
