Ein NAS wird gern als eigene kleine Cloud für zu Hause bezeichnet. Im Grunde ist es ein kleiner Server, der im Netzwerk Speicherplatz bereitstellt und je nach Modell noch deutlich mehr kann.

Die entscheidende Frage ist aber: Braucht man das im Homeoffice wirklich oder reicht eine externe Festplatte beziehungsweise ein Cloud-Speicher?

1. Wann ein NAS sinnvoll ist

Ein NAS lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Geräte auf dieselben Daten zugreifen sollen. Beispielsweise Desktop-PC, Notebook und vielleicht noch ein zweiter Arbeitsplatz.

2. Der größte Vorteil: Daten an einem zentralen Ort

Statt Dateien auf mehreren Rechnern und USB-Festplatten zu verteilen, liegen sie zentral im Netzwerk. Dadurch weiß man deutlich besser, wo die aktuelle Version einer Datei gespeichert ist.

Mein Praxistipp: Ein NAS bringt vor allem Ordnung. Wer nur alle paar Wochen eine Sicherung seines Notebooks machen möchte, braucht deswegen aber noch lange keinen eigenen Netzwerkspeicher.

3. RAID ist kein Backup

Viele NAS-Systeme werden mit zwei oder mehr Festplatten betrieben. Bei RAID 1 werden Daten beispielsweise gespiegelt. Fällt eine Festplatte aus, bleiben die Daten auf der zweiten Platte erhalten.

Das schützt vor einem Festplattendefekt. Es schützt aber nicht vor versehentlichem Löschen, Schadsoftware, Diebstahl oder einem Defekt des gesamten Geräts.

4. Ein NAS verursacht Folgekosten

Neben dem Gehäuse werden Festplatten benötigt. Dazu kommen Stromverbrauch und irgendwann Ersatzlaufwerke. Außerdem sollte die Software regelmäßig aktualisiert werden.

5. Fernzugriff sollte sauber eingerichtet sein

Viele NAS-Geräte bieten Zugriff von unterwegs. Genau hier sollte man vorsichtig sein. Einfach irgendwelche Ports am Router freizugeben ist keine gute Idee.

Besser sind vom Hersteller vorgesehene sichere Zugriffswege oder eine VPN-Verbindung.

Wann würde ich stattdessen Cloud-Speicher nehmen?

Wenn hauptsächlich Office-Dokumente genutzt werden und mehrere Personen von unterschiedlichen Standorten zusammenarbeiten, ist ein etablierter Cloud-Dienst oft unkomplizierter.

Wer dagegen große Datenmengen lokal speichern möchte, mehrere Geräte sichern will oder bewusst mehr Kontrolle über seine Daten haben möchte, kann mit einem NAS sehr gut fahren.

Kurz gesagt: Für ein einzelnes Notebook ist ein NAS oft überdimensioniert. Für mehrere Geräte, zentrale Daten und regelmäßige Backups kann es dagegen sehr sinnvoll sein.